Security: Nintendo hat dazugelernt

Nintendo kämpft derzeit nicht nur mit schwachen Verkaufszahlen der Wii U sowie rückläufigen Absatzzahlen beim Nintendo 3DS. Auch die Hacker-Szene hat es weiterhin auf die Systeme des japanischen Spiele-Riesen abgesehen. Das ewige Katz und Maus-Spiel geht auch heute anstandslos weiter, wenngleich Nintendo aus Fehlern der Vergangenheit langsam gelernt hat.

Mit der damals überaus erfolgreichen Wii hat Nintendo eine kleine Revolution in Sachen Gameplay geschafft, Aspekte wie die Sicherheit wurden aber leider nicht angerührt. Dies hatte zur Folge, dass der Wii U Vorgänger schon fast in Rekordzeit geknackt wurde. Spieler hatten die Möglichkeit eigenen Code auf der Konsole auszuführen bzw. „Backups“ von Spielen zu starten. Nintendo selbst wusste sich in diesem Zusammenhang zwar mit Software-Updates zu helfen, die altbekannte Architektur bot aber zu viele Schwachstellen. Gegen Ende Ihrer Lebenszeit gab sich Nintendo sogar scheinbar geschlagen. Mit der Wii U hat das Sicherheitskonzept scheinbar funktioniert. Böse Zungen könnten an dieser Stelle auch behaupten, dass der schwache Erfolg der Konsole auch eine tragende Rolle gespielt hat. Die Szene dreht sich heutzutage nämlich mehr um kommerzielle Möglichkeiten als ideologische Prinzipien.

Anderes spielt sich derzeit im Fall des Nintendo 3DS ab. Nintendo Handhelds haben bereits seit einigen Generationen mit dem Sicherheitskonzept Probleme. Der Nintendo DS wurde zu Lebzeiten von einer Lawine an sogenannte Flashkarten überhäuft und war praktisch gesehen dadurch ein offenes System. Software-Updates bzw. Hardware-Revisionen brachten dabei nur kurze Abhilfe. Der Nintendo 3DS hat derzeit ähnliche Probleme, wenngleich Nintendo auch hier etwas mehr dazugelernt hat. Mit aktuell erhältlichen Karten wie dem Sky3DS ist es z.B. möglich alle bislang veröffentlichten Spiele, auf allen Nintendo 3DS Handhelds abzuspielen. Zumindest bis vor kurzem, nun hat Nintendo auch in diesem Fall nachgebessert und veröffentlichte neue Spiele in Verbindung mit einem neuen Sicherheitschip der direkt auf den Karten der jeweiligen Spiele angebracht sind. Dies sperrt zwar nicht den Sky3DS an sich, macht es ihm aber nicht mehr möglich Neuveröffentlichungen abzuspielen.

In der Szene geht man derzeit davon aus, dass Hacker noch einige Monate benötigen, um eine neue Flashkarte zu veröffentlichen, die auch mit aktuellen Firmware-Versionen des Handhelds funktionieren. Ob dies wirklich passieren wird bleibt aber fraglich, da Nintendo in gut zwei bis drei Jahren wohl bereits eine neue Plattform starten wird. Diesmal wird man dann wohl wieder etwas mehr dazugelernt haben. Unmöglich werden Modifikationen an der Konsole dadurch wohl nicht, der Aufwand wird aber steigen und damit schrumpft wohl auch das Interesse bei den beteiligten Parteien.