Entwicklung Baby

Die Säuglingsgestalt

Der große Kopf ist typisch für die Säuglingsgestalt. Der gewaltige Kopfumfang kommt erst recht zum Ausdruck, wenn man sich ihn gemäß der Köperlänge anschaut. Bei nach oben hin geschlagenen Armen kann der Säugling seine Fingerspitzen noch nicht über dem Kopf zusammenbringen, die Arme sind einfach zu kurz. Sie folgen im Ganzen den Entwicklungsrhythmen des Rumpfes. Sie behalten dabei immer eine Länge in der Art, dass sich die Hände immer in der Nähe der Hüften befinden. Verhältnismäßig am wenigsten sind Becken und Beine ausgeprägt. Sie sind rundlich und zeigen die charakteristischen Fettfalten an den Innenseiten den Schenkeln. Typisch für die Säuglingsgestalt ist auch, dass die Halspartie fast fehlt. Das runde Haupt scheint unmittelbar auf dem Rumpf aufzusitzen, nur von ein paar Fettfalten getrennt. Das Haupt des gesunden Säuglings ist straff über den Fettpolstern gespannt. Die Gelenke erscheinen wie stärkere Einschnürungen. Die Muskeln sind nur ganz wenig entwickelt. Ihre Konturen werden unter der Haut noch nicht sichtbar. Die Säuglingsgestalt bleibt in ihrem Gesamteindruck während der ersten 1,5 Jahre erhalten. Im zweiten Lebensjahr findet eine Verschiebung statt, die ihren Ausdruck in einer relativ beschleunigten Entwicklung der unteren Körperpartien findet.

Die Kleinkindgestalt

Nun wird der Gesamteindruck ein Anderer. Das Kind hat nun mehr ganz andere Proportionen bekommen.Diese Kleinkindgestalt bleibt als Gesamteindruck vom 2 bis zum 5 Jahr erhalten. Die Körpergröße steht nun im Verhältnis zum Körper 1 : 5. Der Körper ist also rascher gewachsen als der Kopf, der sich seinerseits auch vergrößert hat.

Diese relativ größere Körperlänge geht in der Hauptsache auf ein Längenwachstum des Rumpfes zurück. Meistens ist der Rumpf mehr gewachsen als die Beine. Die Folge dieses Wachstums des Rumpfes ist die Länge, aber auch die Breite (Phase der ersten Füllung). Beim Kleinkind dominiert im Gesamtbild die verhältnismäßig mächtige Brust- und Bauchpartie. Beim Säugling das große Haupt. Fünftes Lebensjahr Im fünften Lebensjahr beginnt sich die Kleinkindgestalt sehr zu verändern. Das Kind kommt in die Jahre der ersten Streckung des ersten Längenwachstums. Den größten Anteil haben jetzt die Beine. Während das Kind noch sein Kleinkindgesicht beibehält, beginnen die Gliedmaßen auszuwachsen und werden lang und schlank. Das Fettrelief verschwindet, die Muskeln werden erkennbar. Die Gelenke treten in Erscheinung, die Kniescheiben werden sichtbar und die breiten Röhrenknochenenden zeichnen sich ab. Dies ist das Alter in dem das Kind Schulreif wird. Der Rumpf wird schlanker. Er zeigt eine Aufgliederung in zwei Teile.

Es bildet sich eine Taille beim Übergang des Brustkorbs. Der Hals wächst jetzt aus, wodurch sich der Kopf gestaltsmäßig freier vom Rumpf abhebt.

Die Schulgestalt

Um das siebte Jahr herum verändert sich nun auch das Antlitz in stärkerem Maß. Damit ist die Schulgestalt zustande gekommen, womit das Kind in die zweite große Lebensperiode eintritt. Das Haupt ist bisher verhältnismäßig eher mehr im Wachstum zurückgeblieben. Das Verhältnis des Kopfes zum Köper beträgt nunmehr 1 zu 6. Der Eindruck in der Gesamtheit ist der einer geschmeidigen Schlankheit und selbstverständlichen, leichten Beweglichkeit und Eleganz; Merkmale die das Kleinkind noch gar nicht hatte.

Oft sind die Kinder dieses Alters schmächtig. Die Gewichtszunahme war während des intensiven Körperwachstums nicht genügend, um eine hinreichende Füllung der Gestalt zu bewirken. Der Zahnwechsel beginnt. Man kann sagen, ein Kind ist Schulreif sobald der Zahnwechsel begonnen hat und sich das Kind über dem Kopf das Ohr anfassen kann. Die vollständige Umwandlung zu Schulgestalt vollzieht sich dann im Verlauf des ersten- bzw. des zweiten Schuljahres. Nach dem siebten Jahr entwickelt sich das Gesicht des Kindes auch weiter. Reste der kleinkindlichen Weiche verschwinden. Kinn und Nase treten deutlicher hervor.

Jetzt folgt eine Phase bis zum Präpubertätsanfang. Das neunte und zehnte Lebensjahr bilden die Phase der zweiten Füllung. Die anfänglich noch schmächtige Schulkind Gestalt wird nun reifer und voller. Der Rumpf wächst in diesen Jahren stärker als vorher und nachher. Dies zeigt sich an der rasch veränderten Sitzhöhe. Das verstärkte Längenwachstum geht Hand in Hand mit einer Verbreiterung des Rumpfes. Das Bild wird nun nicht mehr von den schlanken Gliedmaßen beherrscht, sondern von den Rundungen des Rumpfes.

Der eigentlichen Pubertät geht im Gestaltwandeln eine Phase der Präpubertät voran, wobei die sekundären Geschlechtsmerkmale noch nicht auftreten. Das Kind kommt nun in die Phase der zweiten Streckung, die mit einem verstärktem Wachstum der Beine einsetzt. Die Gesamtlänge nimmt sprunghaft zu und innerhalb weniger Monate ist das vorher gut gepolsterte Kind zu einer Hopfenstange geworden. Der Vorgang des Wachsens vollzieht sich so rasch, dass das Kind in wenigen Monaten aus allen Kleidern herauswächst. Hände und Füße wachsen am schnellsten, etwas langsamer die Unterarme und Unterschenkel, am langsamsten die Oberschenkel. Gegen Ende der Präpubertät kommt in Folge dessen eine Störung im Gestaltwesen des Kindes zustande.

Zu Beginn der Präpubertät geht das vermehrte Längenwachstum Hand in Hand mit einer erhöhten Leistungsfähigkeit. Die Kinder haben das Bedürfnis ihre kräftig wachsenden Gliedmaßen tüchtig zu benutzen. Man muss gerade jetzt jede Übertreibung bremsen denn der Rumpf ist noch nicht mitgewachsen und insbesondere Herz und Lungen sind im Verhältnis zum übrigen Körper in dieser Phase auffallend klein. Gegen Ende der Präpubertät und Anfang der Pubertät ist das Missverhältnis in der Gestalt so vorherrschend geworden, dass in Folge dessen die körperlichen Leistungen abnehmen. Die Bewegungen sind ungeschickt und nicht geschmeidig. Das Kind stolpert ständig. Es tritt buchstäblich auf seine eigenen Zehen. Sie stoßen immer an, besonders wenn sie sich nicht behaglich fühlen. Ihre Füße haben jetzt die relativ größte Länge, der Rumpf hat hingegen die relativ geringste Länge und ist zugleich mager und schmal.

Pubertät

An diesem Punkt der größten Disharmonie in den Proportionen kann man damit rechnen, dass die eigentliche Pubertät anfängt. Die Pubertät führt in ihrer zweiten Phase zu einem neuen Gewicht. Dies drückt sich am augenfälligsten in der Veränderung der Form des Gesichtes aus. Persönlichere Züge treten in Erscheinung.

Jetzt beginnen sich auch die sekundären Geschlechtsmerkmale auszuprägen. Die Keimdrüsen fangen an zu funktionieren. Während dieser Phase der zweiten Entwicklung hört das Längenwachstum der Beine ganz auf. Dafür fängt der Rumpf an zu wachsen. Dadurch tritt eine deutlich erkennbare Disharmonie der Proportionen auf, welche durch Differenzierung der typischen Formeln beider Geschlechter unterstützt wird. Der ganze Prozess vollzieht sich bei den Mädchen etwa 2-3 Jahre früher als bei Jungen. Im 12ten und 13ten Jahr beginnt bei den Mädchen schon die eigentliche Pubertät mit der Entwicklung der Brüste und der Formung und Rundung der Hüften. Dann anschließend setzt die Behaarung ein. Bei den Jungen setzen Veränderungen an den Genitalien ein. Die Behaarung und der Stimmbruch tauchen auf.