Kommunikation mit Heimkindern

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Problemlage:

Es ist schwierig mit gestörten Kindern ins Gespräch zu kommen, da manche Situationen evtl. keinen aktuellen Redeanlass bieten.

Das Thema der Unterhaltung kann sich als schwierig herausstellen, wenn man die Vorgeschichte des Kindes nicht/nicht gut genug kennt, daher auch aktuelle Interessen (Musik o.ä.) nicht kennt.

Erzieher neigen dazu sich selbst durch Gespräche mit den Kindern über deren psychischen Probleme zu überfordern, indem sie eine therapeutische Rolle einnehmen.

Einige Kinder fürchten, dass jeder Erwachsene im Heim eine Art Analytiker ist, Ablehnung und Rückzug sind die Folge.

Zu lange Konversationen können schüchterne und verlegene Kinder ängstigen

Nicht jedes Kind möchte immer über alles und in jeder Situation reden – auch oder manchmal gerade dann nicht, wenn ein Gespräch über ein Problemverhalten ansteht – besteht der Erzieher dennoch darauf, kann die Situation auch dadurch eskalieren, dass der Erzieher eine „falsche Wortwahl“ trifft, dadurch verletzend o. beleidigend wird.

Strategie zur HW: Mit Kindern ins Gespräch kommen/ angemessen mit ihnen kommunizieren

  • Ich informiere mich so genau wie möglich über die Vorgeschichte des Kindes
  • Für einen leichteren Gesprächseinstieg wähle ich Themen aus Alltagssituationen (z.B. Gespräche über Tätigkeiten der Gruppe, Gespräche während einer Spielsituation (Tischsspiele).
  • Ich versuche ein guter Zuhörer zu sein, bringe mich jedoch auch aktiv ins Gespräch mit ein (Smalltalk) und versuche dabei humorvoll und authentisch zu sein, um die Situation aufzulockern.
  • Ich greife im Gespräch die Interessen der Kinder auf, welche ich durch gezielte Beobachtungen herausfinde – z.B. durch die Dinge, die es bei der Ankunft auspackt oder die ich im Zimmer sehe (Comics, Badehose…)
  • Ich informiere mich über die jeweiligen Interessen der Kinder,(lese etwas nach z.B. zur neuesten Musikrichtung, Fußball…) auch wenn es nicht die meinen sind.
  • Ich versuche sachlich zu bleiben und beschränke Gespräche auf das Hier und Jetzt / auf die derzeitige Lebenssituation u. konfrontiere das Kind nicht ohne Absprache im Team o. mit dem Therapeuten mit vergangenen, belastenden Lebenssituationen
  • Ich beachte, dass Kinder ‚sensible Themen’ haben und akzeptiere ihre Grenzen
  • Wenn ein Kind unbedingt mit mir über seine psychischen Probleme reden möchte, bemühe ich mich um aktives Zuhören, verweise aber vor allem taktvoll auf den Therapeuten
  • Zu Anfang belasse ich die Konversation ggf. bei kurzen Wendungen, denn ein kurzer Gedankenaustausch verursacht kaum Rückzugsmanöver der Kinder
  • In Situationen, in denen ich als Opfer von z.B. zweideutigen Witzen hervorgehen würde, versuche ich die Situation zu entschärfen und nicht darauf einzugehen
  •  Wenn ein Kind mich nach meinem Privatleben fragt ziehe ich mich früh und taktvoll aus der Befragung heraus oder wechsle das Thema
  • Wenn ich in Gesprächen wütend werde u. merke, dass ich nicht mehr sachlich reagieren kann, beende ich das Gespräch, bevor ich Dinge sage, die mir hinterher leid tun. – Ich führe das Gespräch dann später, wenn ich mich beruhigt habe, fort.
  • Wenn ein Kind einmal nicht sprechen möchte, gebe ich ihm Zeit sich zunächst zu beruhigen und helfe ihm ggf. seinen Zorn abzureagieren
  • -Eigene Hobbies/Interessen sollten nur bedingt als Redeanlass gewählt werden. Hier besteht Gefahr die eigene Rolle zu verlassen u. zu privat zu werden.

 

 

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