Filzen mit Kindern

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Man weiß nicht genau wann der Filz entdeckt wurde. Man schätzt aber, dass die Menschen schon vor 10.000 Jahren den Filz entdeckten. Da Filz sehr schnell verrottet gibt es keine Ausgrabungsfunde. Durch die Bearbeitung von Schafwolle wurde der Filz zufällig entdeckt. In Asien ist das Filzen von Wolle eine lange, Jahrhunderte alte Tradition. Filz ist sehr strapazierfähig und wärmebeständig. Durch diese Eigenschaften können mit Filz viele Dinge gemacht werden, z.B. Mäntel, Socken und Dekken.

Außerdem schützt Filz vor Kälte, Schnee, Regen und Hitze. Heute wird Filz zum Basteln oder für die Herstellung von Decken verwendet. Ein weiteres Beispiel für die Verwendung von Filz sind Museumsschuhe. Sie haben den Vorteil, dass sie bei der Benutzung nicht den Marmorboden der Ausstellungsräume zerkratzen. Das Rohmaterial: Das Rohmaterial für Filz ist natürlich Schafwolle. Außerdem benötigt man zur Herstellung noch warmes Wasser, ein wenig Kernseife und etwas „Muskelkraft“ in den Armen.

Für Filzen kann man drei verschiedene Arten von Wolle benutzen:

  1.  FeineWolle, die von Marino Schafen gewonnen wird
  2. Mittelfeine Wolle, die von Fleischschafen gewonnen wird
  3. Grobe Wolle, die von Milchschafen oder Bergschafen gewonnen wird

Um Filzen zu können muss man die Wolle zunächst von Unreinheiten befreien, wie Lehm, Gras oder Kot. Anschließend wird die Wolle gewaschen, um sie restlos zu reinigen und zu entfetten. Dabei muss man darauf achten, dass die Wolle nicht mit warmen Wasser gewaschen wird, weil sie sonst verfilzt. Danach wird die Wolle Cardiert (gekämmt).

Der Filzprozess:

Gefilzt wird immer mit warmen Wasser, weil dadurch der Verfilzungsprozess beschleunigt wird. Zusätzlich wird noch „Muskelkraft“ und Seife benötigt. Durch die Bewegung die beim Filzen entsteht lösen sich die Schuppen von der Wolle ab und verkeilen sich mit den anderen Schuppen so das sich die Wolle verfilzt.

Herstellung eines Filzballes:

Um einen Filzball herzustellen nehmen wir zunächst gewaschene Wolle. Je gewünschter Größe des Balles mehr oder weniger Wolle. Nun nehmen wir Garn und umwickeln die Wolle damit. Dabei ist darauf zu achten, dass das Garn fest um die Wolle gewickelt wird. Beim Wickeln sollte man versuchen das Garn so um die Wolle zu wickeln, dass eine runde Form entsteht.

Nun nehmen wir cardierte Wolle, zupfen sie ein wenig auseinander und legen sie fest um den Ball. Das machen wir dreimal, wie auf der Zeichnung zu sehen ist. Wenn man gerne einen bunten Ball haben möchte nimmt man jetzt noch gefärbte Wolle, zupft sie ein wenig auseinander und legt sie um den Ball herum.

Nun nimmt man sich einen Eimer und füllt ihn ungefähr bis zur Hälfte mit warmen Wasser. Jetzt taucht man den Ball vorsichtig ins Wasser ein und zieht ihn wieder heraus. Anschließend seift man sich die Hände mit Kernseife ein und streicht über den Ball, so als würde man Knödel machen wollen. Dies wiederholt man solange bis die obere Schicht der Wolle angefilzt ist. Zwischendurch sollte man den Ball immer wieder in das warme Wasser eintauchen und sich wieder die Hände einseifen. Man beginnt nun den Ball durchzukneten, so das auch die unteren Wollschichten verfilzen.

Wie auch beim Verfilzen der oberen Schicht sollte man den Ball öfter mal in warmes Wasser eintauchen und sich die Hände einseifen. Das wiederholt man so lange bis der Ball schön hart ist. Jetzt muss man den Filzball nur noch mit kalten Wasser und dann mit Essigwasser ausspülen und der Filzball ist fertig. Um den Ball zu trocknen sollte man ihn an eine luftige Stelle legen.

Herstellung eines Filzbildes:

Für die Herstellung eines Filzbildes benötigen wir zunächst ein Pappblatt. Auf dieses Blatt zeichnen wir jetzt das gewünschte Motiv auf. Dabei sollte man darauf achten, dass die Form nicht zu kompliziert wird, weil man mit dem Filz nur grobe Formen herstellen kann. Nun nimmt man sich einen Eimer mit Wasser und ein wenig farbige Wolle.

Man zupft die Wolle dann ein wenig auseinander und taucht sie in das Wasser ein. Nun legt man das ganze Motiv mit der Wolle aus. Weiterhin verwendet man cardierte Wolle (nicht farbige) und legt sie, wie schon beim Filzball, in drei Lagen auf das Bild. Nun benutzt man einen Eimer mit warmen Wasser, um sich die Hände ein wenig einseifen. Mit einem Wäschesprenger wird das Filzbild ein wenig nass gemacht. Nun beginnt man mit dem Filzen des Bildes. Man beginnt mit der Arbeit genau so wie schon bei der Herstellung des Filzballes. Wir arbeiten von Innen nach außen.

Wir müssen immer darauf achten, dass die eckige Form erhalten bleibt. Wenn die obere Schicht angefilzt ist filzen wir etwas fester, um auch die unteren Schichten anzufilzen. Um das Filzbild jetzt etwas zu verkleinern und stabiler zu machen müssen wir es walken. Dazu nehmen wir das feuchte Filzbild und legen es auf ein Handtuch. Dann wird das Filzbild in das Handtuch eingewickelt und man beginnt kräftig auf das Handtuch zu drücken und somit das Filzbild zu walken. Man walkt ungefähr 10 Minuten, rollt dann das Filzbild wieder aus und dreht es. Man rollt es wieder ein und walkt wieder 10 Minuten, so dass ein rechtekkige Bild entsteht. Nun ist das Bild fast fertig und muss nur noch einmal auswaschen und getrocknet werden. Dazu legt man es an eine luftige Stelle um die Trocknung zu erleichtern.

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