Der Reifendruck – warum er so enorm wichtig ist

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Die Reifen sind – wenigstens in Deutschland – des Autofahrers liebstes Stiefkind. Rund drei Viertel aller Autofahrer kennen noch nicht einmal seine Marke, um den Luftdruck machen sich die allerwenigsten Gedanken. Das kann aber fatal enden – und es kostet auch ohne Katastrophen durchaus eine Menge Geld, wenn man hier nachlässig ist.

Die Bedeutung des Reifendrucks für das Fahrverhalten

Was ein Fahrzeug trägt sind nicht die Reifen – sondern die Luftmengen in den Reifen. Luft ist das tatsächlich tragende Element bei allen modernen Autoreifen. Zu wenig Luft bedeutet damit – zu wenig Tragkraft. Und das hat deutliche Auswirkungen auf das Fahrverhalten.

Bei zu geringem Reifendruck an der Vorderachse wird der Geradeauslauf des Fahrzeugs beeinträchtigt, zudem schiebt der Wagen über die Vorderachse und verhält sich in Kurven träger als sonst. Bei Kurvenfahrten mit hoher Geschwindigkeit reagiert das Fahrzeug damit nicht mehr so stabil, wie es eigentlich sollte. Ist der Reifendruck an der Hinterachse zu gering, wird das Heck instabil. Es beginnt zu „flattern“ und kann in engen Kurven im Extremfall auch schnell ausbrechen.

Insgesamt entsteht durch geringen Reifenuftdruck auch eine erhöhte Abnutzung des Reifens, der durch die fehlende Stabilität zu „walken“ beginnt. Wird er hoch beansprucht, kann er sich überdies dadurch erhitzen und sogar platzen. Das ist ein Szenario, das man sich bei 160 km/h auf der Autobahn lieber nicht vorstellen möchte. Zudem erhöht zu geringer Druck auch den Spritverbrauch spürbar. Der beste Spritspar-Reifen wird zum Sprit-Verschwender, wenn er mit zu wenig Luft gefahren wird.

Luftdruck muss regelmäßig kontrolliert werden

Jeder Reifen verliert im Lauf der Zeit Luft. Das ist unvermeidbar. Der Luftdruck muss daher regelmäßig geprüft werden, im Bedarfsfall muss verloren gegangener Luftdruck ersetzt werden. Das geht problemlos und kostenlos an jeder Tankstelle. Auch eine Füllung mit Reifengas befreit nicht von der regelmäßigen Kontrolle, da auch hier Verluste auftreten können.

Die für das jeweilige Fahrzeug geltenden Werte kann man entweder der Betriebsanleitung oder einem Aufkleber entnehmen, der entweder an der Innenseite des Tankdeckels, häufig auch am Türrahmen angebracht ist. Die dort angegebenen Werte müssen unbedingt eingehalten werden. Bei schwerer Beladung kann der Druck leicht erhöht werden, auch eine generelle Erhöhung um etwa 0,2 – 0,3 bar ist für die meisten Reifen unschädlich, verbessert aber die Haftung und das Fahrverhalten und hilft, Sprit zu sparen, weil sich der Rollwiderstand des Reifens dadurch verringert. Zu hoch sollte der Luftdruck allerdings auch nicht sein, weil der Reifen sonst zum Springen neigt und sich das Fahrverhalten wiederum verschlechtert.

Reifenwächter als Lösung

Reifenwächter, die den Reifendruck bequem im Fahrzeuginneren anzeigen, gibt es nicht nur serienmäßig, sondern auch als günstige Nachbauteile. Bei sogenannten Runflat-Reifen sind sie sogar vorgeschrieben, damit man nicht versehentlich ohne Luft fährt. Die regelmäßige Kontrolle lohnt sich in jedem Fall – allein der Spritverbrauch bei zu wenig Luft kostet bares Geld, ganz abgesehen vom Sicherheitsrisiko.

(Autor: Julia Sandor)

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