Der Location-Scout

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Ausbildung geschafft doch was dann? Diese Frage stellen sich viele Auszubildende, nicht nur bei den Gestaltern. Ich möchte euch an dieser Stelle einen sehr interessanten Job vorstellen, bei dem ihr eure Fähigkeiten im Bereich der Kreativität unter Beweis stellen könnt.

Der Beruf nennt sich Location Scout. Als Location Scout sucht ihr für Fotografen und Filmproduzenten die passenden Orte heraus wo gedreht werden kann. Ihr bekommt zuerst das Drehbuch, wo sich alle Informationen befinden an welchen Orten gespielt werden soll. Nun ist es die Aufgabe des Location Scout die passenden Drehorte zu finden. Hierbei muss er auf viele Dinge Rücksicht nehmen. Ist der Raum groß genug um das ganze Film –oder Fotomaterial aufzubauen, wie sieht es mit einer Drehgenehmigung aus, stimmen die natürlichen Lichtverhältnisse, kann die ganze Filmcrew untergebracht werden.

Die Besonderheiten einer Location spricht der Location Scout zuerst mit dem Szenenbildner oder dem Fotografen ab. Wenn im Drehbuch beispielsweise steht das die Szene in einer Altbauwohnung spielen soll, so fragt der Location Scout: „Wie groß soll die Wohnung sein? Welches Baujahr soll sie haben? Soll Stuck an der Decke vorhanden sein? Usw.? Er macht sich, bevor er sich auf die Suche macht, ein klares Bild von den Vorstellungen des Regisseurs und des Szenenbildners. Denn auch wenn das Drehbuch und das Storyboard schon viele Informationen Preis geben, hat immer noch das letzte Wort der Regisseur.

Ein guter Location Scout baut sich über die Jahre hinweg ein gutes Archiv von Location auf, auf die er zurückgreifen kann. Er schaut als allererstes in seine vorhandenen Locations ob es dort passende für den Dreh gibt. Wenn man allerdings keine Locations hat, gerade am Anfang des Berufes ein Problem, so macht sich der Location Scout auf die Suche. Diese Suche kann auf unterschiedlichste Weise erfolgen, z.B. per Internet, Telefon, Zeitung und Umherfahren in verschiedenen Stadteilen oder Dörfern. Es ist wichtig bei diesem Beruf, dass man keine Berührungsängste hat. Denn oft sieht man die perfekte Location und muss dann bei Leuten an der Tür klingeln und fragen ob man dort drehen darf oder nicht.

Wenn die Location gefunden ist, macht der Location Scout Fotos. Hierbei ist es wichtig, dass man das Handwerk des Fotografierens beherrscht, denn der Regisseur und der Szenenbildner kriegen nur die Fotos der Location vorgelegt und müssen daran entscheiden ob die Szene in Frage kommt. Wenn dem Regisseur die Fotografierte Location gefällt und absegnet, muss der Location Scout ein Gespräch mit dem Eigentümer der Location führen. Ist er mit der Nutzung einverstanden? Absprache über die Dauern des Drehs. Vergütung. Wenn diese Fragen alle geklärt worden sind fährt man noch einmal mit dem Szenenbildner die einzelnen Locations ab um sicher zu gehen, dass es die richtigen sind. Wenn dies alles geschehen ist hat man seine Aufgabe als Location Scout erledigt.

Als Location Scout benötigt man ein hohes Maß an Kreativität und Vorstellungsvermögen. Aber das dürfte für gestaltungstechnische Assistenten ja kein Problem darstellen. Man sollte, wenn man das Drehbuch liest, schon eine Vorstellung davon haben wie die Location auszusehen hat.

Eine Ausbildung braucht man für den Location Scout nicht. Er eignet sich also gut für Quereinsteiger aber auch für Leute die aus der Designbranche oder Filmbranche kommen. Die Berufschancen sind zurzeit noch sehr hoch, da viele Filmproduzenten Location Scouts aus der Umgebung wünschen. Deshalb sollte man sich auf eine Umgebung spezialisieren. Allerdings spielt in dieser Branche noch viel Vitamin B eine Rolle.

Als Location Scout muss man Flexible sein da man nie genau weiß wann der nächste Auftrag kommt. Am besten man beginnt den Beruf als Nebentätigkeit bis man sich einen Kundenstamm aufgebaut hat und weiterempfohlen wurde. Das Gehalt und die Arbeitszeiten können sehr stark variieren.

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