ADS und ADHS Symptome und Behandlung

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Hat mein Kind ADS oder ADHS? Diese Frage stellen sich viele Eltern, wenn ihr Kind öfters unruhig und unkonzentriert ist. Um feststellen zu können ob ein Kind ADS oder ADHS hat muss man sich die beiden Begriffe erst einmal näher ansehen und die Unterschiede und Einzelheiten besser verstehen.

Unter ADS versteht man das sogenannte Aufmerksamkeit-Defizit-Syndrom (eng. Attention Deficit Disorder, ADD). Dieses Syndrom ist mittlerweile eine anerkannte internationale Diagnose. Dieses Syndrom tritt entweder mit oder ohne Hyperaktivität auf. Wenn zusätzlich zum Aufmerksamkeits-Defizits-Syndrom noch eine Hyperaktivität beim Kind Diagnostiziert wird, so spricht man von ADHS, Aufmerksamkeits-Hyperaktivitäts-Defizits-Syndrom

Die Zahl der betroffenen Kinder ist in den letzten Jahren leicht gestiegen auf ca. 8% aller Schulkinder in Deutschland. Wenn man sich die derzeitige Schulklassengröße ansieht so sind ca. 2 Kinder in einer Klasse von ADS oder ADHS betroffen.

Als Eltern sollten sie bei der Entwicklung auf folgende Symptome achten, damit sie wissen ob ihr Kind auch von ADS oder ADHS betroffen ist. Wenn dies der Fall ist, sollten sie in jedem Fall einen Arzt konsultieren, welcher ihnen Informationen gibt mit den Symptomen umzugehen.

Symptome:

  • Unaufmerksamkeit und Ablenkbarkeit. Das Kind lässt sich sehr leicht ablenken und ist nicht lange bei einer Sache und bleibt auch nur kurz bei einer Sache.
  • Das Kind ist sehr hektisch oder schaut planungslos in der Gegend herum, bis es sich wieder kurz auf eine andere Tätigkeit konzentriert.
  • Betroffene handeln impulsiv und ohne Nachzudenken. Sie werden unruhig wenn sie auf etwas warten müssen.
  • Das Kurzzeitgedächtnis ist schlecht und sie vergessen oft alltägliche Dinge.
  • Viele betroffene sind sehr störrisch und es fällt ihnen sehr schwer Regeln einzuhalten.
  • Gerade bei Arbeitsaufträgen fällt es betroffenen sehr schwer sich zu konzentrieren und Strategien anzuwenden.
  • Betroffene haben ein Mangelndes Selbstwertgefühl
  • Letzter und wichtigster Punkt ist das schlechte sozialverhalten von Kindern mit ADS oder ADHS. Es fällt ihnen sehr schwer sich in eine Gruppe zu integrieren. Schnell werden Kinder mit ADS zu Außenseitern in der Schule.

Wodurch wird ADS und ADHS ausgelöst?

ADS/ADHS liegt eine Fehlfunktion im Gehirn zugrunde. Die Aufnahme und Weiterverarbeitung von aufgenommenen Informationen ist gestört. In einem Gesunden Gehirn werden eingehende Informationen zunächst gefiltert und dann erst weiterverarbeitet. So kann man sich auf eine Sache Konzentrieren und andere Informationen als unwichtig auslagern. Hat das Kind nun ADS/ADHS so ist diese Filterfunktion des Gehirns gestört, es kann unwichtige Informationen nicht mehr von wichtigen unterscheiden. So nimmt das Kind sehr viele Informationen gleichzeitig auf und kann sich nicht auf eine Sache konzentrieren. Dies führt zu einer stark verzögerten Reaktion da zu viele Informationen auf einmal aufgenommen werden. Somit führt dies unweigerlich zu einer Überlastung des Kurzzeitgedächtnis.

Wissenschaftler, welche sich mit dem Thema ADS/ADHS haben herausgefunden das es sich bei diesem Syndrom wohl um ein Gendefekt handelt.

Wie reagieren Betroffene?

Wenn man sich nicht mit der Krankheit ADS auskennt oder nicht weiss das der Betroffene darunter leidet, so kommt es oft zu Missverständnissen. Betroffene handeln und reagieren oft anders als erwartet. Dem liegt aber weder ein Erziehungsproblem zugrunde noch eine Charakterschwäche.

Was tun wenn ein Kind ADS oder ADHS hat?

Das wichtigste ist das Sie sich über die Auswirkungen von ADS sorgfältig Informieren. Sprechen Sie mit ihrem Arzt, so dass er Ihnen die richtigen Ansprechpartner nennen kann. Es gibt auch sehr viele Informationsbücher über das Thema. Auch der Medikamenteneinsatz ist möglich und sehr effizient, allerdings kann in den meisten Fällen durch eine gezielte Behandlung auf Medikamente komplett verzichtet werden. Sprechen Sie damit am besten mit Ihrem Hausarzt darüber.

Trainingsprogramme um ADS/ADHS zu behandeln

Es gibt viele Trainingsprogramme um ADS und ADHS zu behandeln. Das wohl bekannteste Verfahren ist wohl das Marburger Konzentrationstraining kurz MKT.

Seit über 10 Jahren werden Kinder mit diesem Trainingsprogramm erfolgreich behandelt. Dieses Konzentrationstraining wird häufig auch bei Kindern eingesetzt die kein ADS/ADHS haben. Es ist für jedes Kind förderlich und hat einen ganzheitlichen Ansatz.

Die Ziele des MKT sind folgende:

  • Verbesserung der Interaktion zwischen Eltern und Kind
  • Zutrauen in eigenes Können
  • Stärkung der Eltern
  • Verbesserung der Leistungs¬bereit¬schaft
  • Training der Selbststeuerung
  • vernünftiger Umgang mit Fehlern

Das Konzentrationstraining wird immer mit den Elternteilen vollzogen. Sie sollen aktiv in das Trainingsgeschehen mit eingebunden werden. Sie werden gleichzeitig ausgiebig über Aufmerksamkeitsstörungen informiert. Sehr gut ist hierbei, das sich Eltern mit anderen Eltern über die Probleme ihrer Kinder austauschen können und somit sich gegenseitig Tipps geben können.

Betroffene Kinder lernen hierbei immer in kleinen Schritten. Zunächst wird ihnen eine Aufgabe gestellt und vorgemacht. Nun müssen die Kinder es nachmachen und gleichzeitig das was sie Tun laut sprechen. Dieses laute sprechen hilft ihnen dabei sich auf die Sache zu konzentrieren. Das laute gesprochene wird nach und nach in inneres Sprechen umgewandelt.

Neben einem Lob bei erfolgreich ausgeführter Aufgabe erhalten die Kinder für jede erfolgreiche Übung Punkte. Diese Punkte können die Kinder gegen kleine Preise eintauschen. Sie bekommen also jedes Mal eine positive Bestärkung. Das gesamte Training ist spielerisch angelegt, so dass das Kind nicht den Spaß daran verliert die Übungen zu vollziehen.

 

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